VVB-Bankkauffrau Ann-Katrin Brockmann war Jahrgangsbeste

14.09.2017 Babenhausen/Eppertshausen: Es sind jene Momente wie jüngst, in denen Ann-Katrin Brockmann merkt, dass sie wieder das Vertrauen eines Kunden gewonnen hat. Ein Moment etwa, in dem eine ehemalige Mitarbeiter in der Post ihr Konto bei der Postbank kündigt und zu Brockmanns Institut wechselt - weil die Kundin offenbar nicht nur die Beratung überzeugt hat, sondern ihr die Eppertshäuserin wohl auch sympathisch gewesen ist.

„Das Bankgeschäft ist vor allem vertrauensbasiert", stellt Blockmann im Interview mehrfach heraus. „Das ist entscheidend, gerade weil wir auf die langfristige Kundenbeziehung aus sind."
„Wir", das sind die Mitarbeiter der Vereinigten Volksbank Maingau, bei der Ann-Katrin Brockmann 2014 ihre Ausbildung zur Bankkauffrau begann. „Ich hatte mir nach meinem Abitur an der Dieburger Alfred-Delp-Schule eigentlich vorgenommen, dass ich studiere", erzählt die Eppertshäuserin, die in der Gemeinde auch durch ihr politisches Engagement für die CDU in der Gemeindevertretung sowie im Kreistag bekannt ist und deren Vater Stephan Brockmann gerade zum Nachfolger des verstorbenen Rainer Eder als Vorsitzender der Gemeindevertretung gewählt wurde.

Die Zusage eines anderen Instituts für ein Duales Studium hatte sie bereits, sagte dann aber doch für die klassische Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Volksbank zu. „Die Chemie hat sofort gestimmt", sagt Brockmann upd meint damit insbesondere jene zu Personalchefin Diana Fuchs, die dem Gespräch mit der Zeitung Eppertshausener Anzeigeblatt ebenfalls beiwohnt. Im Ausbildungsbeauftragten Heiko Holzamer sollte sie an ihrem Ausbildungsstandort Dieburg einen weiteren wichtigen Ansprechpartner und Förderer finden. „Außerdem liegt mir die Region am Herzen", fügt sie hinzu. Da lag für sie eine Ausbildung fast vor der Eppertshäuser Haustür näher als etwa in der Bankenmetropole Frankfurt.

VVB-Personalchefin Diana fuchs (li.) und Ann-Kathrin Brockmann (re.)

Wie die anderen Auszubildenden ihres Jahrgangs (Fuchs: „Wir versuchen, die Ausbildungsplätze hälftig zwischen Realschülern und Abiturienten zu besetzen") legte Brockmann in der Folge sowohl in den verschiedenen Abteilungen der Bank als auch in der Berufsschule in Obertshausen los. „Das Berufsbildungs-Gesetz schreibt vor, was ein Azubi am Ende seiner Ausbildung können muss", nennt die Personalchefin den Rahmen. Typische Themen seien Rechnungswesen, Steuern, Anlageberatung, Finanzinstrumente und -produkte sowie Kosten-Leistungs-Rechnung. „Aber auch die Ethik ist was Wichtiges", betont Brockmann, die innerhalb der Volksbank Maingau in fast allen Abteilungen hospitierte. „Am besten hat es mir bei den vermögenden Privatkunden gefallen", lächelt sie. Zahlungsverkehr, Baufinanzierung, Datenkontrolle, Marketing - all das streifte sie ebenfalls, saß natürlich auch am Schalter. „Junior-Banking"-Seminare ermöglichten Zusatzschulungen nach der Berufsschule.

Nach einer verkürzten Ausbildungszeit von zweieinhalb Jahren schloss Brockmnann die vergangene Winterprüfung der IHK Offenbach im Januar mit 92 Prozent und der Note 1 als Beste ab. Die Bank übernahm sie, seit einem halben Jahr arbeitet die Eppertshäuserin nun am Standort Babenhausen. Und hat den nächsten Schritt vor Augen: „In den nächsten vier Jahren möchte ich ein berufsbegleitendes Studium an der Frankfurt School of Finance & Management machen", blickt sie voraus. Dabei werde sie montags bis freitags auf der Babenhäuser Geschäftsstelle arbeiten und samstags in Frankfurt studieren. Am Ende soll ein Bachelor of Arts (Finance & Management) stehen, verbunden mit noch besseren Aufstiegsmöglickeiten. Die VVB fördere Brockmanns Engagement, indem sie 50 Prozent der fünfstelligen Studienkosten übernehme, sagt Fuchs.